🏡 NutzungsĂ€nderung fĂŒr Ferienwohnung & Ferienhaus: Anleitung fĂŒr Gastgeber

Du möchtest deine Immobilie ĂŒber Airbnb oder Booking.com vermieten – bist dir aber unsicher, ob das baurechtlich ĂŒberhaupt erlaubt ist?

Dann solltest du dich unbedingt mit dem Thema NutzungsÀnderung (Umnutzung) befassen.
Denn: Ohne offizielle Genehmigung drohen nicht nur rechtliche Konsequenzen, sondern auch VersicherungslĂŒcken, Ärger mit Nachbarn oder sogar RĂŒckbauanordnungen durch das Bauamt.

In diesem Artikel erfÀhrst du:

✅ Was eine NutzungsĂ€nderung ĂŒberhaupt ist
✅ Wann du sie brauchst – und was passiert, wenn du sie ignorierst
✅ Welche Anbieter dich bei der Umnutzung unterstĂŒtzen
✅ Wie du Konflikte mit Behörden und Nachbarn vermeidest

mehr als 3.543 Vermieter folgen uns bereits

Was ist eine NutzungsÀnderung (Umnutzung)?

Der Begriff „NutzungsĂ€nderung“ beschreibt die Änderung des genehmigten Zwecks einer Immobilie.
Wenn deine Wohnung oder dein Haus ursprĂŒnglich als Dauerwohnraum genehmigt wurde, aber tageweise an FeriengĂ€ste vermietet wird, handelt es sich baurechtlich um eine neue Nutzung.

Das Problem: Viele Vermieter:innen gehen davon aus, dass bestehende Nutzung = genehmigte Nutzung bedeutet. Das ist falsch.

👉 Entscheidend ist nicht, wie die Immobilie genutzt wird, sondern was laut Bauakte erlaubt ist.

Was passiert, wenn du ohne NutzungsÀnderung vermietest?

1. Rechtliche Konsequenzen

Wenn du ohne Genehmigung vermietest, kann dir das Bauamt die Nutzung untersagen, Bußgelder verhĂ€ngen oder sogar den RĂŒckbau baulicher Änderungen verlangen. Besonders brisant wird es, wenn eine Stadt eine Zweckentfremdungssatzung erlĂ€sst – wie z. B. in Berlin, MĂŒnchen oder Köln. Was dann passiert:
  • Sofortige Beendigung der Vermietung
  • Einnahmeverluste durch Stornierungen
  • Vertragsstrafen durch Portale wie Airbnb oder Booking.com 

2. Versicherungsschutz & Haftung

Auch deine Versicherung könnte die Regulierung verweigern, wenn die Nutzung nicht zur Police passt. Ein Beispiel: Nach einem Wasserschaden stellt sich heraus, dass die Wohnung als Beherbergungsbetrieb genutzt, aber nur als Wohnraum versichert war. Die Folge: Keine Zahlung – und im schlimmsten Fall haftest du sogar gegenĂŒber Dritten.

3. Konflikte mit Nachbarn & Öffentlichkeit

Die Umnutzung von Wohnraum ist nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine gesellschaftliche Debatte. Gerade in Regionen mit Wohnraummangel kann die gewerbliche Kurzzeitvermietung zu Frust fĂŒhren – bei Nachbarn, Presse und Lokalpolitik. Typische Folgen:
  • Beschwerden bei der Stadt
  • negative Medienberichterstattung
Eingriffe durch das Ordnungs- oder Bauamt

Wann benötigst du eine NutzungsÀnderung?

Sobald du Wohnraum regelmĂ€ĂŸig, kurzfristig und gewerblich vermietest – z. B. ĂŒber Plattformen wie Airbnb oder Booking.com – ist eine baurechtliche PrĂŒfung Pflicht.

Typische Szenarien:

  • Altbauwohnung, die an wechselnde GĂ€ste vermietet wird
  • Einliegerwohnung mit tĂ€glichem GĂ€stewechsel
  • Ferienhaus in Wohngebiet ohne genehmigten Beherbergungsstatus

 

📎 Mehr dazu: Was bei der Umwandlung von Wohnraum zu FerienunterkĂŒnften rechtlich zu beachten ist (Link zum anderen Artikel âžĄïž Anbieter NutzungsĂ€nderung)

 

Schritt fĂŒr Schritt zur genehmigten NutzungsĂ€nderung

1. KlÀr dein Spielfeld: Was gilt bei dir vor Ort?

Bevor du PlÀne schmiedest: Check die Lage.
Ist deine Unterkunft in einem Wohngebiet? Mischgebiet? Hat deine Stadt eine Zweckentfremdungssatzung?

🔍 Frag beim Bauamt oder Stadtplanungsamt nach – oder lass es von einem Architekten prĂŒfen.
Denn: Jede Stadt, jedes Bundesland hat eigene Regeln. Was in Cuxhaven erlaubt ist, kann in MĂŒnchen illegal sein.

 

2. Hol dir Profis ins Boot (und nicht Cousin Peter)

Eine NutzungsĂ€nderung beantragt man nicht „mal eben online“.
Du brauchst eine bauvorlageberechtigte Person – in der Regel: Architekt:in, Planer:in oder Bauzeichner:in.

Die kĂŒmmern sich um:

  • Grundriss, Lageplan, Nutzungsbeschreibung
  • PrĂŒfung des Bebauungsplans
  • die eigentliche Kommunikation mit dem Bauamt

💡 Tipp: Nicht jeder Architekt kennt sich mit Ferienvermietung aus. Setz auf jemanden, der schon AntrĂ€ge fĂŒr Kurzzeitvermietungen gestellt hat. Hier findest du Empfehlungen (LINK ZUM ANDEREN ARTIKEL).

 

3. Passt deine Nutzung zum Gebiet?

Wenn du in einem reinen Wohngebiet bist, kann es tricky werden.
Denn Ferienwohnungen gelten oft als gewerbliche Nutzung oder „Fremdenbeherbergung“. Und das ist dort nicht immer erlaubt.

Dein Architekt prĂŒft:

  • Was im Bebauungsplan steht
  • ob Bestandsschutz greift
  • ob du ggf. eine Bauvoranfrage stellen solltest

âžĄïž Keine Panik: Auch abgelehnte FĂ€lle wurden mit der richtigen Argumentation schon genehmigt.

 

4. Antrag einreichen & Geduld mitbringen

Wenn alle Unterlagen fertig sind, geht’s ans Eingemachte: 

Der Antrag auf NutzungsÀnderung wird beim zustÀndigen Bauamt eingereicht.

Und jetzt? Warten.
Die Bearbeitungszeit variiert – von 4 Wochen bis 6 Monaten ist alles drin. In der Zwischenzeit:

✅ Bleib erreichbar
✅ Halte RĂŒckfragen bereit
✅ Bau nichts um, bevor du grĂŒnes Licht hast

 

5. Versicherung anpassen & durchatmen

Sobald die Genehmigung da ist: GlĂŒckwunsch! 🎉
Aber du bist noch nicht ganz durch. Jetzt heißt’s:
→ Versicherung updaten

Eine Ferienwohnung braucht eine andere Police als Dauerwohnraum.
Sprich mit deiner Versicherung, erklÀre die Nutzung, pass deine Deckung an.

Denn nur so bist du im Schadensfall wirklich abgesichert – fĂŒr dich und deine GĂ€ste.

Was tun, wenn dein Antrag abgelehnt wird?

Auch das kann passieren – etwa wenn dein Objekt in einem reinen Wohngebiet liegt oder nicht alle baurechtlichen Anforderungen erfĂŒllt.
Aber: Eine Ablehnung ist nicht immer endgĂŒltig.

Was du tun kannst:

  • fachliche Beratung einholen (z. B. durch Umnutzung.de)
  • Bauvoranfrage oder Widerspruch einreichen
  • rechtliche PrĂŒfung durch Anwalt oder SachverstĂ€ndige
  • ggf. Kompromisslösung wie Zwischenvermietung (z. B. fĂŒr Monteure)

Hinweis: Viele FĂ€lle scheitern nicht am Gesetz – sondern an der Formulierung oder fehlenden Unterlagen im Antrag.

Warum sich die NutzungsĂ€nderung fĂŒr dich lohnt

Klar, so ein Antrag klingt erstmal nach BĂŒrokratie-Berg.
Aber: Wer die Genehmigung hat, schlĂ€ft besser – wirtschaftlich, rechtlich und menschlich.
Hier sind die vier grĂ¶ĂŸten Vorteile, warum sich die Umnutzung nicht nur lohnt – sondern langfristig bezahlt macht.

1. Rechtliche Sicherheit statt Bauchschmerzen

Du musst dich nicht mehr fragen, ob irgendwann ein Brief vom Amt kommt.
Oder ob ein frustrierter Nachbar deine Vermietung meldet.

Mit einer offiziellen Genehmigung hast du den RĂŒcken frei.
Du vermietest legal, transparent – und kannst jederzeit belegen: „Alles genehmigt. Alles sauber.“

 

2. Versicherungsschutz, der wirklich greift

Ohne NutzungsĂ€nderung kann’s im Ernstfall richtig teuer werden.

Ein Wasserschaden?
Ein Brand?
Ein Haftungsfall?

Wenn deine Versicherung dann sagt: „Nicht gedeckt – falsche Nutzung“, bist du allein.

Mit einer genehmigten Umnutzung kannst du deine Police sauber anpassen – und weißt:
Im Schadensfall bist du auf der sicheren Seite.


3. Wertsteigerung deiner Immobilie

Eine genehmigte Ferienwohnung ist mehr als eine nette Idee – sie ist ein handfestes Verkaufsargument.

Gerade in beliebten Lagen kann eine offizielle NutzungsÀnderung:

  • den Verkehrswert erhöhen
  • bei Banken Vertrauen schaffen
  • Investoren oder KĂ€ufer ĂŒberzeugen

Denn: Wer legal vermietet, hat eine bessere Verhandlungsposition.


4. Frieden mit Nachbarn & Behörden

Nichts stresst mehr als stÀndige Spannungen mit der Hausgemeinschaft oder der Stadt.
Eine genehmigte Nutzung schafft Klarheit: fĂŒr dich – aber auch fĂŒr dein Umfeld.

Du zeigst:
„Ich mache das hier nicht nebenher. Ich mache das richtig.“

Und das wird nicht nur von Ämtern honoriert, sondern auch von den Menschen um dich herum.

Zwei Wege – zwei RealitĂ€ten: Was in der Praxis passiert

Manchmal sind es nicht die Gesetze, sondern die Entscheidungen im Alltag, die darĂŒber bestimmen, wie stabil dein VermietungsgeschĂ€ft lĂ€uft.

Hier zwei echte Szenarien, wie sie unsere Community regelmĂ€ĂŸig erlebt:

Beispiel 1: Unvorbereitet Vermietet

Anna hat eine charmante Altbauwohnung in der Innenstadt geerbt.
Sie denkt: „Ich vermiete die einfach ĂŒber Airbnb – macht ja jeder.“

Der Anfang lÀuft gut: gute Auslastung, top Bewertungen, nette GÀste.
Doch nach einem Jahr kommt Post vom Bauamt. Ein Nachbar hat sich beschwert.

 â†’ Keine genehmigte NutzungsĂ€nderung

→ Verstoß gegen die Wohnraumschutzsatzung
→ Sofortige Nutzungsuntersagung
→ 6.000 € Bußgeld und RĂŒckbaupflicht

Sie muss laufende Buchungen stornieren, verliert das Vertrauen der GĂ€ste – und hat plötzlich keine Einnahmen mehr.
Heute sagt sie: „Ich hĂ€tte lieber vorher geprĂŒft, ob’s ĂŒberhaupt erlaubt ist.“

Beispiel 2: Vorausschauend Investiert

Marc kauft ein kleines Apartment in einem Kurort – bewusst zur Kurzzeitvermietung.
Noch vor der ersten Möbellieferung spricht er mit einem Architekten, prĂŒft Bebauungsplan und Bauakte.

→ Ergebnis: NutzungsĂ€nderung notwendig, aber machbar
→ Antrag wird sauber gestellt
→ Drei Monate spĂ€ter: Genehmigung liegt vor

Marc kann beruhigt starten. Seine Versicherung ist angepasst, die Behörde kennt ihn – und selbst die Nachbarn sind entspannt, weil er offen kommuniziert.

Sein Vorteil:

  • Er kann die Immobilie rechtssicher bewerben
  • Er erzielt höhere Preise
  • Und falls er verkauft: Die Genehmigung ist ein echtes Asset und steigert den Wert der Immobilie

(Namen sind nur Platzhalter bzw. wurde getauscht und Verwechslungen mit Teilnehmern unserer Fewo Marketing Akademie oder unserer Kundenstimmen nur Zufall)

Anbieter-Empfehlungen: Wer hilft bei der NutzungsÀnderung?

Ich weiß, ganz schön viel 


Aber: Du musst nicht alles selbst machen – es gibt Anbieter, die sich auf genau diesen Fall spezialisiert haben.

Hier eine Auswahl empfehlenswerter Dienstleister:


👉 Details & Vergleich findest du in unserem großen Dienstleister-Ranking zur NutzungsĂ€nderung 

Fazit: Kurzzeitvermietung braucht rechtliche Klarheit

Du willst professionell, stressfrei und langfristig erfolgreich vermieten? Dann mach den ersten Schritt – und hol dir Rechtssicherheit durch eine genehmigte NutzungsĂ€nderung.

🔗 Lies dazu auch unseren Artikel:
👉 Die besten Anbieter fĂŒr NutzungsĂ€nderung in Deutschland

Weitere Blogartikel zum Thema Ferienwohnung vermarkten

Jacek Poplawski

Jacek ist ein ehemaliger Booking.com Account Manager (New partnerships) und GrĂŒnder von Fewolino. Er ist auf Online-Marketing im Kontext der Kurzzeitvermietung, Business Development und SEO spezialisiert.

Seit 2019 helfen Agnes & Jacek FEWO-Vermietern, online mehr Sichtbarkeit zu erzielen, eine starke Marke aufzubauen und sich unabhĂ€ngiger von großen Buchungsportalen zu positionieren.

Hast du noch Fragen?

Vereinbare jetzt dein unverbindliches und kostenloses ErstgesprÀch!

FAQ – NutzungsĂ€nderung fĂŒr Ferienwohnungen

Brauche ich eine NutzungsÀnderung auch auf dem Land?
Ja – auch ohne Zweckentfremdungssatzung kann die Kurzzeitvermietung baurechtlich genehmigungspflichtig sein. Es gilt die jeweilige Landesbauordnung.

Wie lange dauert eine NutzungsÀnderung?
Je nach Behörde: 2 bis 6 Monate. Oft dauern allein die Unterlagenerhebung & Bauaktenrecherche mehrere Wochen.

Was kostet eine NutzungsÀnderung?
Je nach Objekt & Aufwand ca. 2.000–5.000 € (inkl. Architekt, Unterlagen, Behörden). Einmalig investiert – dafĂŒr dauerhaft rechtssicher.

Gibt es Förderungen oder UnterstĂŒtzung?
Teilweise können Beratungsleistungen oder bauliche Maßnahmen ĂŒber KfW oder Landesprogramme gefördert werden. Sprich dazu am besten mit einem spezialisierten Architekten.

Was passiert, wenn ich ohne Genehmigung weitervermiete?
Bußgelder, Nutzungsuntersagung, RĂŒckbauverpflichtung, keine Versicherung – mit anderen Worten: Es lohnt sich nicht.

Bevor du gehst!

Abonniere unseren Newsletter fĂŒr wertvolle FEWO-Tipps (kein Spam) und sichere dir gratis unsere Booking.com Checkliste!

*Mit der Anmeldung akzeptierst du unsere DatenschutzerklĂ€rung. Deine Daten werden nur fĂŒr den Versand des Newsletters verwendet.