Lohnt sich Social Media für Ferienwohnungsvermieter?
Lohnt sich Social Media für Vermieter von Ferienwohnungen und Ferienhäusern? Die kurze Antwort ist ja – aber leider nicht so, wie es die meisten Vermieter im DACH-Raum aktuell angehen. In diesem Artikel erklären wir, was Social Media wirklich leisten kann, wann es sich lohnt und was du auf keinen Fall tun solltest.
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Fakt #1: Social Media ist der zweitwichtigste Traffic-Kanal nach Google
Das ist keine Meinung, das ist ein Fakt – und er gilt seit Jahren und wird sich so schnell nicht ändern.
Menschen landen auf deiner Vermieter-Website entweder über die Google-Suche oder über Social Media.
Das sind die beiden wichtigsten Quellen von Websitebesuchern für deine Kurzzeitvermietung.
Mittlerweile sehen wir bei unseren Kunden zunehmend auch eine dritte Quelle: KI-Tools wie ChatGPT oder Perplexity. Aber Social Media bleibt – nach Google – die zweitwichtigste.
Fakt #2: Menschen nutzen Social Media als Suchmaschine
Besonders die jüngere Generation – aber längst nicht nur sie – geht auf Instagram, TikTok oder Pinterest, um sich inspirieren zu lassen und aktiv nach etwas zu suchen.
Das betrifft auch Reiseziele und Unterkünfte. Wer also auf diesen Plattformen nicht präsent ist, wird in diesen Suchanfragen schlicht nicht gefunden.
Social Media ist kein Vertriebskanal – es ist ein Kommunikationskanal
Das ist der entscheidende Punkt, den die meisten Gastgeber leider noch nicht verstanden haben – und der Grund, warum viele mit Social Media frustrierte Erfahrungen machen.
Niemand öffnet Instagram mit der Intention, heute eine Ferienwohnung zu buchen. So funktioniert das nicht. Wer buchen möchte, öffnet die Booking.com-App, die Airbnb-App oder geht direkt auf deine Website. Dort ist die Buchungsintention. Auf Social Media ist sie das nicht.
Was Social Media aber sehr gut kann: als Discovery-Kanal funktionieren. Jemand sieht deine Unterkunft, speichert den Post, und bucht Wochen später – über Booking, über deine Website oder manchmal sogar direkt per E-Mail oder WhatsApp. Der Weg zur Buchung ist selten eine gerade Linie.
Wir haben das bei einer Gastgeberin aus dem Allgäu sehr gut beobachtet, die wir in der FEWO Marketing Akademie begleiten. Sie vermarktet über Booking.com und ihre eigene Website – und bekommt regelmäßig Anrufe und E-Mails von Gästen, die sagen: „Ich habe Sie auf Booking.com gefunden, würde aber gerne direkt bei Ihnen buchen.” Das ist der Billboard-Effekt in der Praxis.
Social Media funktioniert auf ähnliche Weise: Menschen springen. Von Booking googeln sie dich, von deiner Website schauen sie dein Instagram an. Die Plattformen verstärken sich gegenseitig.
Niemand öffnet Instagram mit der Intention ,heute eine Ferienwohnung oder Ferienhaus zu buchen.
Wann lohnt sich Social Media besonders?
Social Media macht besonders dann Sinn, wenn du hochwertige Unterkünfte mit hohen Tagesraten vermietest – ab 250, 300, 400 Euro pro Nacht aufwärts. Bei diesen Objekten rechtfertigt sich der Aufwand für professionellen Content klar durch den Ertrag pro Buchung.
Ein praktischer Ansatz: ein Content Day mit einem Freelance-Fotografen oder -Videografen, einmal im Jahr oder alle sechs Monate. An einem einzigen Drehtag kannst du genug Material produzieren, um 6 bis 12 Monate lang regelmäßig zu posten – ohne jeden Monat wieder von vorne anzufangen.
Und für alle anderen?
Auch wenn du kein Premium-Objekt mit 300 Euro Tagesrate vermietest, gibt es eine Mindestmaßnahme, die wir jedem Gastgeber empfehlen: Sichere dir deine Handles.
Die fünf wichtigsten Plattformen:
- YouTube (gehört zu Google)
- Instagram (gehört zu Meta)
- Facebook (gehört zu Meta)
- TikTok
Sicher dir auf allen fünf Plattformen denselben Namen – konsistent, einheitlich, wiedererkennbar. Nicht weil du täglich posten musst, sondern weil du es später bereust, wenn jemand anderes deinen Wunschnamen schon hat.
Und selbst ein minimales Setup hat einen echten Wert.
Ich habe damals für das Ferienhaus meiner Eltern ein Instagram-Profil aufgesetzt – vor fünf Jahren. Wir posten dort so gut wie nichts mehr, aber das Profil erzielt immer noch 500 bis 1.000 Impressionen im Monat, weil Menschen von der Website auf Instagram springen und sich mehrere Quellen anschauen, bevor sie buchen. Als passives Schaufenster funktioniert es also noch immer.
Was funktioniert nicht?
0815-Content. Posts wie „Zwei Zimmer, Küche, Bad, 35 Quadratmeter, 500 Meter zum Zentrum” interessieren auf Social Media niemanden. Genauso wenig wie Bewertungsabzeichen von Booking.com oder Rabattangebote à la „Buchungslücke – 30 % Rabatt diese Woche”.
Niemand ist auf Social Media, um dein Angebot ins Gesicht gedrückt zu bekommen. Das ist der falsche Kanal für direkte Verkaufsbotschaften.
Was dagegen funktioniert: informieren, inspirieren, unterhalten. Drei Geheimtipps in deiner Region, die kein Reiseführer kennt. Fun Facts über dein Reiseziel. Ein Blick hinter die Kulissen deiner Unterkunft. Inhalte, die einen echten Mehrwert bieten – und nebenbei zeigen, wer du als Gastgeber bist.
Wir haben Gastgeber begleitet, die 12.000 bis 15.000 Euro für Social Media Agenturen ausgegeben haben – und am Ende kaum messbare Ergebnisse hatten. Der Grund war meistens nicht die Agentur allein, sondern der falsche Zeitpunkt und das falsche Verständnis davon, was Social Media leisten soll.
Social Media ist kein Allheilmittel und kein schneller Buchungskanal. Aber als Discovery-Kanal und Schaufenster hat es einen echten Platz in der Vermarktungsstrategie einer
Die richtige Reihenfolge: Social Media ist die dritte Stellschraube
Das ist vielleicht die wichtigste Einordnung dieses Artikels. Social Media ist nicht das Fundament – es ist die Erweiterung, wenn das Fundament steht.
Die drei Stellschrauben der digitalen Gästeanbahnung in der Kurzzeitvermietung sind:
- Multi-Kanal-Vermarktung über Buchungsportale – Booking.com, Airbnb und FeWo-Direkt (Expedia/VRBO), idealerweise mit Channel Manager und PMS
- Direktbuchungs-Website mit integrierter Booking Engine, Google-Sichtbarkeit und zunehmend auch Sichtbarkeit in LLMs
- Social Media Marketing zur Reichweitensteigerung, Markenbildung und Nachfragegenerierung
Wer mit Social Media anfängt, bevor Buchungsportale und Website sauber aufgesetzt sind, baut auf einem wackligen Fundament. Es gibt Ausnahmen – besonders in der Corona-Zeit haben vereinzelt Vermieter mit außergewöhnlichen Architektenhäusern über Instagram Buchungen generiert, bevor sie auf den Portalen waren. Aber das waren Ausnahmesituationen, keine Blaupause.
Die richtige Reihenfolge zahlt sich aus. Viele Gastgeber, die mit Nischenportalen und Social Media gestartet sind, merken nach einiger Zeit, dass die Buchungszahlen nachlassen – und kommen erst dann zu Booking.com und Airbnb. Besser, du baust von Anfang an auf dem richtigen Fundament.
Unsere Experten-Meinung zum Thema Social Media für Vermieter und Gastegeber
Social Media lohnt sich für Ferienwohnungsvermieter – aber das Wie und der Zeitpunkt sind entscheidend.
- Social Media ist der zweitwichtigste Traffic-Kanal nach Google
- Es ist ein Kommunikations- und Discovery-Kanal, kein Vertriebskanal
- Besonders sinnvoll bei Premium-Objekten ab 250–300 € Tagesrate
- Für alle anderen gilt: mindestens Handles sichern auf Instagram, YouTube, Facebook, Pinterest und TikTok
- Kein 0815-Content – informieren, inspirieren, unterhalten statt verkaufen
- Social Media ist die dritte Stellschraube – erst wenn Portale und Website stehen
Fazit
Social Media ist kein Allheilmittel und kein schneller Buchungskanal. Aber als Discovery-Kanal und Schaufenster hat es einen echten Platz in der Vermarktungsstrategie einer Ferienwohnung – wenn der Zeitpunkt stimmt und das Fundament steht.
Wenn du wissen möchtest, wie du Social Media sinnvoll in deine Gesamtstrategie integrierst – und was konkret für deine Unterkunft, deine Preise und deinen Markt passt – dann schau dir die FEWO Marketing Akademie an. Dort arbeiten wir gemeinsam mit Gastgebern daran, alle drei Stellschrauben der digitalen Gästeanbahnung richtig aufzusetzen.
Über den Autor
Jacek Poplawski, M.Sc.
Gründer von Fewolino® & Experte für FEWO-Marketing
Jacek ist ein ehemaliger Booking.com Account Manager (New partnerships) und Gründer von Fewolino. Er ist auf Online-Marketing im Kontext der Kurzzeitvermietung, Business Development und SEO spezialisiert.
Seit 2019 helfen Agnes & Jacek Gastgeber mit 1-25 Einheiten, online mehr Sichtbarkeit zu erzielen, eine starke Marke aufzubauen und sich unabhängiger von großen Buchungsportalen zu positionieren.
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FAQ: Social Media Marketing für Ferienwohnungsvermieter
Lohnt sich Social Media für Vermieter von Ferienwohnungen?
Ja – aber nicht als Vertriebskanal, sondern als Discovery- und Kommunikationskanal. Menschen buchen nicht direkt über Instagram oder TikTok, aber sie entdecken dort Unterkünfte und kommen später über Booking.com oder die eigene Website zur Buchung.
Welche Social-Media-Plattformen sind für Ferienwohnungsvermieter am wichtigsten?
Die fünf relevantesten Plattformen sind YouTube, Instagram, Facebook, Pinterest und TikTok. Mindestmaßnahme für jeden Gastgeber: auf allen fünf denselben Handle sichern, konsistent und einheitlich.
Was sollte ich auf Social Media posten als Gastgeber?
Inhalte, die informieren, inspirieren oder unterhalten – Geheimtipps in deiner Region, Fun Facts über dein Reiseziel, Einblicke in deine Unterkunft. Keine direkten Verkaufsbotschaften, keine Rabattangebote, keine Bewertungsabzeichen.
Ab welcher Tagesrate lohnt sich professionelles Social Media Marketing?
Ab ca. 250–300 Euro Tagesrate beginnt sich der Aufwand für professionellen Content klar zu rechnen. Ein Content Day mit einem Freelancer kann Material für 6 bis 12 Monate liefern.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für Social Media in der Kurzzeitvermietung?
Erst wenn das Fundament steht: Buchungsportale (Booking.com, Airbnb, FeWo-Direkt) sauber aufgesetzt, eigene Website mit Booking Engine live. Social Media ist die dritte Stellschraube – nicht die erste.
Warum bringen Social Media Agenturen oft nicht die erhofften Ergebnisse?
Meistens liegt es am falschen Zeitpunkt und am falschen Verständnis davon, was Social Media leisten soll. Wenn Portale und Website nicht funktionieren, kann Social Media diesen Mangel nicht ausgleichen. Dazu kommt häufig Content, der verkaufen statt inspirieren soll.
Was ist der Unterschied zwischen einem Vertriebskanal und einem Kommunikationskanal?
Ein Vertriebskanal ist dort, wo Buchungen entstehen – also Booking.com, Airbnb oder deine eigene Website. Ein Kommunikationskanal ist dort, wo du Vertrauen aufbaust, Reichweite gewinnst und potenzielle Gäste auf dich aufmerksam machst. Social Media gehört zur zweiten Kategorie.