Vergleich mit anderen Gastgebern: Warum er dir schadet – und was wirklich zählt
Einer der größten Fehler, den du als Gastgeber und Kurzzeitvermieter machen kannst, hat nichts mit Booking.com zu tun, nichts mit deinen Preisen und auch nichts mit deinem Inserat. Er passiert in deinem Kopf. Lets talk about mindset.
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mehr als 6.700 Gastgeber folgen uns bereits
Ein Mittagessen, ein Exit – und der Moment, in dem der Vergleich zuschlägt
Vor ein paar Tagen war ich mit einem guten Freund zum Mittagessen verabredet – wir sehen uns selten, aber ich freue mich jedes Mal, wenn es klappt. Er ist noch recht jung, Ende 20, Anfang 30, und hat mir erzählt, dass er gerade seine Firmenanteile verkauft hat. Nicht zum ersten Mal übrigens, sondern schon zum zweiten Mal. Ein siebenstelliger Exit.
Ich habe mich ehrlich für ihn gefreut. Ich habe gratuliert, viele Detailfragen gestellt, wir haben in Ruhe gegessen und uns ausgetauscht. Aber auf dem Rückweg, im Auto mit Agnes, habe ich etwas gespürt, das ich zunächst gar nicht richtig einordnen konnte. Eine gewisse Schwere, fast schon eine leise Unzufriedenheit.
Es war keine Eifersucht – das wusste ich relativ schnell. Aber irgendwo im Unterbewusstsein hatte ich mich verglichen. Er ist jünger als ich und hat bereits einen Exit in dieser Größenordnung hingelegt. Dabei läuft bei uns bei Fewolino gerade eigentlich alles gut – die Kundenergebnisse stimmen, wir wachsen, alle Parameter stehen auf Grün. Trotzdem diese latente Unzufriedenheit, ganz ohne offensichtlichen Grund.
Der Vergleich – und warum er uns schadet
Der Vergleich mit anderen ist eine der tückischsten Fallen, in die wir laufen können. Nicht, weil er uns antreibt, sondern weil er uns fast immer in die falsche Richtung zieht. Vergleichen wir uns mit jemandem, der scheinbar mehr erreicht hat, fühlen wir uns klein. Vergleichen wir uns mit jemandem, der noch nicht so weit ist, werden wir selbstgefällig. Beides bringt uns nicht wirklich weiter.
Mir kommt dabei immer wieder ein Gedicht in den Sinn, das ich während meines Studiums an der Hochschule Stralsund zum ersten Mal gelesen habe: Desiderata von Max Ehrmann. Sinngemäß beschreibt es genau diesen Mechanismus – wer sich ständig mit anderen misst, wird über kurz oder lang entweder überheblich oder verbittert, weil es immer Menschen geben wird, die mehr oder weniger erreicht haben als man selbst. Ich finde, in diesem einen Gedanken steckt eine ganze Menge Wahrheit.
Im Grunde ist der Vergleich mit anderen der zuverlässigste Weg, sich selbst die eigene Zufriedenheit zu verderben – während die einzig sinnvolle Bezugsgröße eigentlich du selbst bist, so wie du vor einiger Zeit warst.
Der Vergleich ist im Grunde der zuverlässigste Weg, sich selbst die eigene Zufriedenheit zu verderben.
Was das mit deiner Kurzzeitvermietung zu tun hat
Ich sehe dieses Muster ständig bei Gastgebern, mit denen ich zu tun habe. Bei der läuft es gerade besser auf Booking, der hat schon einen Channel Manager eingerichtet, die Person hat viel schneller umgesetzt. Und plötzlich fühlt sich der eigene Fortschritt kleiner an, als er tatsächlich ist – auch bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern der FEWO Marketing Akademie, die eigentlich richtig gut vorankommen.
Du kennst dieses Gefühl vermutlich auch. Ein anderer Gastgeber hat hunderte Bewertungen auf Booking. Jemand auf Instagram wirkt permanent ausgebucht. Du hörst, dass jemand gerade die dritte Unterkunft eröffnet hat. Und du fragst dich: Warum bin ich noch nicht da?
Vergiss dabei nicht: Im Internet sehen wir fast ausschließlich die glänzenden Momente. Menschen posten Umsatzzahlen und Screenshots aus dem Smoobu-Dashboard – aber niemand postet die leeren Kalender, die schwache Nebensaison oder die Monate, in denen einfach nichts lief. Alle kochen nur mit Wasser, und alle arbeiten mit denselben makroökonomischen Rahmenbedingungen – ein Grund, sich davon verunsichern zu lassen, ist das jedenfalls nicht.
Der eigene Weg
Du stehst nicht im Wettbewerb mit anderen Gastgebern – weder mit denen, die scheinbar schon weiter sind, noch mit denen, die noch am Anfang stehen. Du stehst nur im Wettbewerb mit dir selbst.
Schau dir an, wo du vor sechs oder zwölf Monaten standest. Wenn du seitdem Fortschritte machst, dich weiterbildest und in deine Kurzzeitvermietung reinvestierst, machst du grundsätzlich nichts falsch – ganz unabhängig davon, wie schnell andere gerade vorankommen. Es gibt schwächere Monate und schwierigere Saisons, das gehört einfach dazu. Was zählt, ist dein eigenes Tempo und dass du dranbleibst.
Ob du eine Unterkunft vermietest oder 25 – solange du dich weiterentwickelst, bist du auf dem richtigen Weg.
Nimm dir dafür ruhig zehn Minuten und ein Blatt Papier – wir sind mitten im Jahr, ein guter Moment für einen kleinen Rückblick. Wo stand deine Kurzzeitvermietung vor sechs Monaten, wo steht sie heute? Was hat sich verändert, was läuft besser als gedacht, und woran willst du in der zweiten Jahreshälfte noch arbeiten? Diese paar Minuten sagen dir mehr über deinen Fortschritt als jeder Blick auf das Instagram-Profil eines anderen Gastgebers.
Fazit
Vergleiche dich nicht mit anderen Gastgebern, sondern nur mit dir selbst. Arbeite an dir und an deiner Kurzzeitvermietung, in deinem eigenen Tempo. Das ist unabhängig von deiner Unterkunftsanzahl der zuverlässigste Weg nach vorne.
Wenn du diesen Weg nicht allein gehen möchtest: In der FEWO Marketing Akademie findest du eine Community von Vermieterinnen und Vermietern mit 1 bis 25 Einheiten – vom Einzeleigentümer bis zur FEWO-Agentur. Kein Wettbewerb, kein Vergleich, nur gemeinsame Weiterentwicklung.
Über den Autor
Jacek Poplawski, M.Sc.
Gründer von Fewolino® & Experte für FEWO-Marketing
Jacek ist ein ehemaliger Booking.com Account Manager (New partnerships) und Gründer von Fewolino. Er ist auf Online-Marketing im Kontext der Kurzzeitvermietung, Business Development und SEO spezialisiert.
Seit 2019 helfen Agnes & Jacek Gastgeber mit 1-25 Einheiten, online mehr Sichtbarkeit zu erzielen, eine starke Marke aufzubauen und sich unabhängiger von großen Buchungsportalen zu positionieren.